Biographie

Der russische Maler Wassily Kandinsky wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau als Sohn eines Teehändlers geboren. Ab 1885 studierte er Rechts- und Volkswirtschaftslehre, begann sich aber mehr und mehr für Kunst und Malerei zu interessieren. Vier Jahre nach seiner Dissertation und inspiriert von einer französischen Impressionisten-Ausstellung, beschloss Kandinsky 1892 in München Malerei zu studieren. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau, der Malerin Gabriele Münter, unternahm er zahlreiche Studienreisen, die sehr zu seiner künstlerischen Weiterentwicklung beitrugen. Er gründete verschiedene Künstlervereine, darunter u.a. zusammen mit Franz Marc 1911 in München den Blauen Reiter.

Während des 1. Weltkriegs kehrt Kandinsky nach Russland zurück, wo er an diversen staatlichen Institutionen unterrichtete und Kunstausstellungen organisierte. Sein künstlerisches Schaffen ruhte in dieser Zeit weitgehend. 1921 kehrt er nach Deutschland zurück, wo er ab 1922 an der Bauhaus-Schule in Weimar unterrichtete. Diese Periode endete 1933 mit der Bauhaus-Schließung und der Diffamierung seines Werks als „entartete Kunst“ durch die Nationalsozialisten. Er ging daraufhin ins Exil nach Frankreich, wo er am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine, einem Pariser Vorort, starb.

Walter Gropius

Design und Philosophie

1911 publizierte Kandinsky seine Schrift „Über das Geistige in der Kunst“, eine theoretische Studie, die für die abstrakte Malerei von grundlegender Bedeutung werden sollte. Das breit gefächerte Werk skizzierte die psychologischen Effekte von Farbe sowie die Ähnlichkeiten zwischen Malerei und Musik. Eine seiner wichtigen theoretischen Thesen war die Aussage, dass Form im Gegensatz zu Farbe eigenständig existieren kann. Was zur Schlussfolgerung führte, das Form die Farbe wesentlich beeinflusst. Die nur rein optische Darstellung von Form und Farbe reichten für ihn jedenfalls nicht aus, um „Kunst“ zu schaffen.

Mit der Zeit entwickelte er daher seine ganz eigene Bildsymbolik. Jeder Farbton und jede Form in seinen Werken hatten eine bestimmte Bedeutung. Für ihn, so beschrieb er es einmal, waren Farben die Tastatur eines Pianos, das die Seele symbolisierte und durch die Hand des Künstlers zum Klingen gebracht wurde. Die Augen waren dabei die Harmonie. Wenn er Farben sähe, so Kandinsky, würde er Musik hören.

Bauhaus-Phase

1922 wurde Kandinsky als Lehrer ans Bauhaus nach Weimar gerufen, wo er zu einem, der wohl wichtigsten und prägendsten Lehrern gehörte. In seiner fast elfjährigen Tätigkeit an der Schule entwickelte er seine Ideen zur Kunsttheorie weiter und vermittelte sie seinen Schülern im Unterricht. Drei Jahre lang leitete er u.a. die Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete im Vorkurs „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“. Später, ab 1926/27 leitete er darüber hinaus den Unterrichtsbereich Freie Malerei.

Nach dem Umzug der Schule nach Dessau publizierte Kandinsky 1926 mit seiner zweiten Schrift über abstrakte Malerei „Punkt und Linie zur Fläche“ das wohl bedeutendste Bauhaus-Buch seiner Zeit. Kandinsky schaffte hier ein leidenschaftliches Pläydoyer für eine abstrakte und gleichzeitig „absolute“ Malerei.

Während seiner Zeit am Bauhaus arbeitete Kandinsky künstlerisch in erster Linie mit geometrischen Formen - Zirkel, Triangel sowie Linien und Punkte standen im Vordergrund und die Form dominierte die Farbe. Im französischen Exil begann er dann seine Bauhaus-Erkenntnisse mit dem intuitiven Stil seiner Anfangsjahre zu verbinden - blieb jedoch immer dem abstrakten Stil treu.

Wassily Kandinsky Bauhaus Werke

Kandinsky gilt heute als einer der bedeutendsten Expressionisten, obwohl er selbst dieser Stilrichtung nach anfänglicher Begeisterung - besonders für Paul Cezanne oder Henri Matisse - den Rücken kehrte. Bei Technik und Pinselführung fielen hier besonders seine Linien und farbige Punkte ins Auge, durch die seine häufig kontrastreichen Landschaftsbilder eine eigene, besondere Note bekamen.

Er begann jedoch bald seinen persönlichen Stil weiterzuentwickeln, der maßgeblich auf der Idee der reinen Farben und abstrakten Motiven beruhte und bezeichnete sich selbst gern als „Begründer der abstrakten Malerei“. Sein erstes abstraktes Bild malte er 1910 mit Wasserfarben.

Als Höhepunkt seines Schaffens gelten seine sogenannten „Kompositionen“. Musik - Kandinsky lernte bereits in seiner Kindheit Cello und Piano - spielte in seinen Werken grundsätzlich eine große Rolle, was sich auch in den Namen vieler seiner Bilder widerspiegelt. Ein ganz großer Wunsch Kandinskys war es dabei, ein "reines Gemälde" zu schaffen, d.h. ein Gemälde, das die gleiche Kraft und Harmonie besitzt, wie eine Musik-Komposition.

Bauhaus Movement Designer

Kunst und Technik - Eine neue Einheit

Der Bauhaus-Stil ist wohl jener Bau- und Design-Stil, der wie kein anderer die Moderne seit Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt hat - sowohl die klassische Moderne als auch die Avantgarde. Und die Resonanz hält bis in die Gegenwart an und inspiriert immer noch weltweit Architekten und Designer das Bauhaus-Credo „Weniger ist mehr“ mit immer neuem Leben zu erfüllen. Inzwischen hat sich rund um den Erdball eine ständig wachsende Social Media Community etabliert, die sogenannte Bauhaus Design Community, die sich der Weiterentwicklung des ausgeprägt sachlichen Bau- und Designstil verschrieben hat.

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